• Simone Prüß

Die Geburt (-stage)...

Erinnerungen


Geht es euch auch so? Vor fünf Jahren wurde ich zum ersten Mal ‚Mama‘. An Geburtstagen, besonders an dem der Großen, spule ich Jahr für Jahr den Film zurück „auf Anfang“. Ich erinnere mich an den Moment, an dem ich erfuhr, dass ich ein Menschlein unterm Herzen trug. Ich erinnere mich an die Schwangerschaft, an die Freude über das neue Leben auf der einen und das Lebensende, den Abschied von Lieblingsmenschen auf der anderen Seite. Ich erinnere mich an die Zeit des Wartens und des nicht erwarten Könnens. Und ich erinnere mich an den Moment vor genau fünf Jahren, in dem ich wusste: „Ja! Heute, hier und jetzt kommst du zur Welt.“

An Geburtstagen fallen mir immer wieder die vielen kleinen Details zu diesem Tag ein. Beim Zurückdenken an den Moment, als meine Tochter um kurz nach halbacht auf die Welt kam, mich so unglaublich wach mit ihren großen Kulleraugen anschaute, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut. Ich bin wohl etwas süchtig nach diesen "kurz-nach-der-Geburt-Momenten"- die Erleichterung es geschafft zu haben, die überwältigende Freude und ein wunderbares Nicht-Fassen-Können. (Ein Glück, dass ich Hebamme geworden bin und da immer wieder solche Augenblicke miterleben darf... )



Und so hielt ich sie auch heute im Arm und wir warteten gemeinsam bis die Küchenuhr die Geburtsminute anzeigte um noch einmal an diesem Tag „ordentlich Party zu machen“. Ich halte sie im Arm und denke zurück…jede Wehe, jede schlaflose Nacht war es wert…

Nicht nur sie ist in den letzten fünf Jahren gewachsen (nämlich genau 60 Zentimeter), sondern auch die Aufgaben an uns als Eltern. Gerade die Geburt des ersten Kindes-egal ob geplant oder ungeplant—bringt den Lebensentwurf zweier Menschen so richtig durcheinander. Da gibt es Erwartungen, Ängste und Sorgen rund ums Kinderhaben – und Müdigkeit, ja viel Müdigkeit. Kinder bringen uns manchmal an den Rand des Möglichen und unsere Belastungsgrenzen. Deshalb braucht es Wegbegleiter, die unterstützen, entlasten oder einfach da sind: Freunde, Familie, Kollegen/innen, Hebammen. Denn: „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“


Alles Gute zum Geburtstag, meine Große! Danke, dass ich durch dich zur Mama geworden bin.


(Verfasst im September 2020)




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